Baden-Württemberg
gegen Menschenfeindlichkeit
und Rechtsextremismus.

 

Ringvorlesung 2017/2018

in Kooperation mit der PH Karlsruhe

Symbolbild Hörsaal. Foto: flickr/Dirk Vorderstraße. CC BY-NC 2.0.

Informationen zur Ringvorlesung auf den Seiten der PH Karlsruhe.

Die Vorlesungen beginnen um 18:15 Uhr

23. Oktober 2017 - Wie wurde Deutschland zum Einwanderungsland?

Referent: Prof. Dr. Karl-Heinz Meier-Braun

Deutschland hat einen langen Weg zurückgelegt, bis es sich zu seiner Rolle als Einwanderungsland bekannte. Allein von 1955 bis zum Anwerbestopp im Jahre 1973 kamen 14 Millionen Migranten nach Deutschland. Elf Millionen zogen in diesem Zeitraum wieder weg. Trotzdem galt noch bis vor kurzem der Kernsatz deutscher Ausländerpolitik: Deutschland ist kein Einwanderungsland! Erst um die Jahrtausendwende wurde regierungsamtlich festgestellt, dass Deutschland längst zum Einwanderungsland geworden ist. Allerdings wird diese Tatsache immer wieder in Frage gestellt, gerade auch in der aktuellen „Flüchtlingskrise“, die – so der Referent – eine Krise nicht nur der deutschen, sondern der europäischen Migrationspolitik ist. Prof. Dr. Karl-Heinz Meier-Braun, anerkannter Migrationsexperte, beleuchtet in seinem Vortrag die Entwicklung von den ersten „Gastarbeitern“ bis zur Gegenwart und zeigt Zukunftsperspektiven auf.

Karl-Heinz Meier-Braun, Prof. Dr., ist Honorarprofessor für Politikwissenschaft an der Universität Tübingen. Er war langjähriger Redaktionsleiter beim Südwestrundfunk (SWR) und Integrationsbeauftragter des Senders. Meier-Braun verbindet Theorie mit Praxis und ist ein erfolgreicher Buchautor, wie sein letztes Werk „Einwanderung und Asyl. Die 101 wichtigsten Fragen“ belegt. Seit fast 40 Jahren beschäftigt er sich mit den Themen Einwanderung, Asyl, Flüchtlinge und der Rolle der Medien.

Webseite: www.meier-braun.de;
Kontakt:
info@remove-this.meier-braun.de


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06. November 2017 - Kabarettistischer Beitrag zur Einwanderungsgesellschaft

Kabarretist: Fatih Çevikkollu - Auszüge aus Emfatih

Ort: Aula der Hochschule für Wirtschaft und Technik

Fatih Çevikkollu ist mit seinem neuen, mittlerweile fünften Solo-Programm wieder in Fatihland unterwegs. Mit Geist und Gefühl ist der Kölner Kabarettist auf Werbetour für eine verlorengegangene Eigenschaft: Mitgefühl – ?EMFATIH! Fatih Çevikkollu spielt mit Wahrheit und Fanatismus: Die Einen tragen ein Kopftuch, die Anderen einen geistigen Schleier und so manche Lügenfresse geht morgens spazieren. Sagte man früher: Kümmeltürken, so sind es heute: Topterroristen. Seit ISIS aber wissen wir: Wir haben keinen Plan gegen den Fanatismus. Wir handeln kopflos. Fatih Çevikkollu spielt mit Schmerz und Sehnsüchten: Flüchtlinge schwimmen im Mittelmeer und machen ihre ganz eigenen Grenzerfahrungen vor der Festung Europa. Members Only. Fatih Çevikkollu spielt mit Form und Inhalt, mit der Paragrafen-Deko des Grundgesetzes der Einen und der DAX-Kurve der Anderen. In einem Land das dem Bier frönt sind Leberwerte allemal wichtiger. EMFATIH: das neue Programm von Fatih Çevikkollu rasant, relevant, eloquent. Hingehen, hinhören und herausfinden was es mit seinem Motto auf sich hat: „Wer die Wahrheit verhandelt, muss die Anderen zum Lachen bringen, sonst bringen sie ihn um!“

Fatih Çevikkollu wurde 1972 geboren und absolvierte seine Schauspielausbildung an der Hochschule Ernst Busch in Berlin. Von 2001 bis 2004 war er Ensemblemitglied im Schauspielhaus Düsseldorf. In dieser Zeit erhielten er und seine Kollegen beim NRW-Theatertreffen den besonderen Preis der Jury für die beste Ensembleleistung. Auch auf Tonträgern ist er bereits „verewigt“. Seine Debüt-CD heißt „Domplatte“ und erschien 1996. In „Alles Atze“ spielte er seit 1999 als Murat neben Atze Schröder eine Hauptrolle. Mit seinem Witz trug er maßgeblich zum Gewinn des Deutschen Fernsehpreises für die beste Sitcom im Jahr 2003 sowie dem Deutschen Comedypreis für die beste Serie in den Jahren 2003 und 2005 bei. Seit April 2005 präsentiert Fatih Çevikkollu regelmäßig in Köln, Aachen, Essen und Dorsten den „No Maganda Club“ mit jeweils vier Newcomern aus der Comedy-Szene. Fatih Çevikkolu führt dabei jeweils durch den Abend. Parallel startete er Ende 2005 seine erste Solotournee mit „Fatihland“, für das er den Prix Pantheon 2006 – Jurypreis – gewann. In der Laudatio der Jury heißt es: „Mit Fatih Çevikkollu zeichnet die Jury einen jungen Komiker aus, für den Integration Kabarettistensache ist. Er schafft mit Liebe und Selbstironie einen urkomischen Brückenschlag zwischen seinen beiden Kulturen: der deutschen und der türkischen. Seine Sicht der Dinge bringt die Zuschauer nicht nur zum Lachen, sie wirkt auch in deren Köpfen weit über den Abend hinaus.“ Das Handelsblatt zeichnete Fatih Çevikkollu im April 2007 im Düsseldörfer Kom(m)mödchen mit dem Kabarettpreis „Sprungbrett 2007“ aus, und lobte, wie „er den Wanderer zwischen deutschen Vorurteilen und türkischen Vorbehalten gibt“. Seit Herbst 2008 ist er mit seinem neuen Programm „Komm zu Fatih“ auf Tour. Auch im Fernsehen ist Fatih Çevikkollu regelmäßig zu sehen („TV Total“, „Frei Schnauze“, „Mitternachtsspitzen“, „NDR Talkshow“, „Fritz & Hermann“, „Quatsch Comedy Club“, „Ottis Schlachthof“, „Stratmanns“, „Guinness World Records – Die größten Weltrekorde“, „Die Chartshow“ und „Mario Barth präsentiert die besten Comedians Deutschlands“, „Hart, aber fair“, „Johannes B. Kerner“, „Volle Kanne“ und „Kölner Treff“, „Menschen bei Maischberger“).


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13. November 2017 - Ethnische Diskriminierung auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Referentin: Ruta Yemane

Mittels eines Feldexperiments wurde das Auftreten und Ausmaß von Diskriminierung bei Bewerbungsverfahren um Fachkraftstellen festgestellt und quantifiziert. Hierfür wurden zwischen Oktober 2014 und Mai 2016  für einen Zeitraum von ca. einem Jahr deutschlandweit insgesamt 7,600 Ausschreibungen  für Fachkraftstellen in acht verschiedenen Arbeitsbereichen getestet. Ziel dieses Forschungsvorhabens war es, tiefergehende Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie sich unterschiedliche Bestimmungsfaktoren von Ethnizität (z. B. Herkunftsland, Muttersprache, Religion, Phänotyp) und Kompetenz (z. B. Notendurch­­schnitt, Sprachkenntnisse, Referenzen) auf die Arbeitsmarktchancen von Bewerbern mit Migrationshintergrund auswirken. Zum anderen sollen zwei unterschiedlicher Erklärungsmodelle, die in der Literatur als Ursachen für diskriminierende Entscheidungen durch Arbeitgeber diskutiert werden (sogenannte „taste-based discrimination“ und „statistical discrimination“) kritisch auf ihre Erklärungskraft untersucht werden. Auf dieser Grundlage soll eine umfassendere Einsicht in die Ursachen von ethnischer Diskriminierung beim Rekrutierungsverhalten von Personalverantwortlichen ermöglicht und mögliche Handlungsempfehlungen für eine diskriminierungsfreie Einstellungspraxis besprochen werden.

Ruta Yemane, M.A. ist seit 2014 wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Migration, Integration, Transnationalisierung am Wissenschaftszentrum Berlin. Arbeitsschwerpunkte: Arbeitsmarktdiskriminierung, Feldexperimente, Stereotype und Vorurteile.


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20. November 2017 - Bilder im Kopf: Die mediale Konstruktion des ‚Fremden’

Referentin: Sheila Mysorekar

Kulturell verankerte Stereotype lenken die Wahrnehmung. Diese tradierten Narrative und Bilder finden sich auch in den Medien wieder; sie spiegeln unbewusste Vorurteile und verstärken sie. Die Berichterstattung über Einheimische, Eingewanderte und Geflüchtete, über die vielfältige deutsche Gesellschaft, ist meist von Stereotype geprägt. Rassistische oder islamophobe Wortwahl, Perspektive oder Bebilderung verletzen die Vorgaben der journalistischen Neutralität und Sorgfaltspflicht. Medien stehen in der Verantwortung, über die gesamte Gesellschaft in Deutschland zu berichten, ohne dass unbewusste Vorurteile der Medienschaffenden in die Berichterstattung einfließen. Doch Beispiele aus großen Leitmedien und Werbung zeigen, dass schon allein mittels Bildsprache oft ein rassistischer Subtext transportiert wird.


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27. November 2017 - Thema wird noch bekannt gegeben

Informationen folgen.


 

 

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04. Dezember 2017 - Dokumentarfilm „Die neuen Deutschen ? Über Menschen, Kulturen und Identität”

Referentin: Gülsüm Serdaroglu

Das neue Deutschland ist bunt in seiner Vielfalt und seiner Kulturen. Insbesondere in der Metropolregion Rhein?Neckar haben sich eine Fülle an unterschiedlichen, gleichberechtigten und einander achtenden Menschen zusammengefunden. Im Dokumentarfilm „Die neuen Deutschen ? Über Menschen, Kulturen und Identität” stehen vier Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Migrationsgeschichten im Fokus. Sie leben in Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg und berichten von ihren Träumen und Wünschen, ihren Gedanken über das Leben und Sterben und von einer großen Gemeinsamkeit – sie sehen sich als Teil einer neuen, deutschen und bunten Generation.


Gülsüm Serdaroglu studierte an der Eberhard Karls Universität Tübingen Allgemeine Rhetorik und Empirische Kulturwissenschaft auf Bachelor. Ihr Masterstudium absolviert sie am Institut für Medienwissenschaft. Der Dokumentarfilm „Die neuen Deutschen ? Über Menschen, Kulturen und Identität” ist ihre Masterabschlussarbeit. Homepage: www.die-neuen-deutschen.de


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18. Dezember 2017 - (Multi)Identitäten und ihre Wirkungen – unterschätzte Dynamiken von Zugehörigkeit?

Referentin: Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha

Kollektiv und subjektiv verfügen wir über eine Vielfalt von identitären Zugehörigkeiten, die uns mehr oder weniger prägen, bewusst und unbewusst handlungsleitend wirken und sich über die Zeit verändern. Als soziale Konstrukte bleiben sie als Mobilisierungsressource der Zugehörigkeit erhalten. Neben politischen Radikalisierungstendenzen, die auf der Basis eines einseitigen mono-identitären Verständnisses fungieren, lassen sich zunehmend Trends zu vereinfachenden Modellen der Selbst- und Fremdzuschreibung beobachten, die auf ein neo-nationalistische Orientierung zurückzuführen sind. Die Wirkung von Populismus, die Unberechenbarkeit von Globalisierungsprozessen, die Angst vor Identitätsverlusten sowie neuen Abschottungstendenzen in der Diaspora stellen aktuelle Herausforderungen für eine gelingende Integrationspolitik dar. Die Bildung und Förderung des Selbstverständnisses moderner Multiidentitäten ist ein wichtiger Bestandteil für die Verständigung zwischen „alten Deutschen“ und „neuen Deutschen“.

Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha ist Direktorin des ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Professorin für Soziologie und Kulturwissenschaft. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Kulturwandel und Globalisierung, Internationalisierung und Integration sowie Theorie und Praxis der ‚Öffentlichen Wissenschaft‘. Im Bereich Integration engagiert sie sich in wissenschaftlicher, politischer sowie sozialer Form: 2001 war sie maßgeblich am Strategiepapier Bündnis für Integration des Stadtrats Stuttgart beteiligt. Sie ist Mitglied im Netzwerk Integrationsforschung des Landesministeriums für Integration Baden-Württemberg sowie Vorsitzende des Wissenschaftlichen Initiativkreises Kultur und Außenpolitik (WIKA) am Institut für Auslandsbeziehungen (ifa). Zudem obliegt ihr seit 2012 die Koordination des deutschen Netzwerkes der Anna Lindh Stiftung.


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08. Januar 2018 - Einwanderungsland oder Migrationsgesellschaft? Ein Streitgespräch

Referenten: Dr. Thomas Geier und Prof. Dr. Annette Treibel

Der Erziehungswissenschaftler Thomas Geier und die Soziologin Annette Treibel stellen ihre  jeweilige analytische Perspektive auf die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen vor und diskutieren Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Während es Treibel um ein Verständnis von Deutschland als Einwanderungsland neuen Typs geht, kommt es Geier mit dem Konzept der Migrationsgesellschaft auf die Kritik an Grenzziehungen zwischen ‚Wir‘ und ‚den Anderen‘ an. Das Streitgespräch konzentriert sich auf Für und Wider des Integrationsdiskurses. Im Gegensatz zu Geier, der Integration als ein Instrument repressiver Politik versteht, vertritt Treibel einen weiten Integrationsbegriff, wonach die Integration in die gesellschaftliche Wirklichkeit eines Einwanderungslandes ein Projekt für alle ist.

Thomas Geier, Dr., ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Schul-und Bildungsforschung (ZSB) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Seit 2016 Leitung DFG-Projekt: „Die Pädagogik der Gülen-Bewegung - Bildungspraktiken und Biographien in türkisch-muslimischen Gesprächskreisen“. Von 2014 bis 2016 Vertretung der Professur für Interkulturelle Pädagogik und Lebenslange Bildung an der PH Karlsruhe.

Annette Treibel, Prof. Dr., ist Professorin für Soziologie am Institut für Transdisziplinäre Sozialwissenschaft der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe.


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15. Januar 2018 - Vom "Hier" und vom "Dort": Räume, Grenzen, Identitäten

Referentin: Prof. Dr. Julia Lossau

Im Zentrum des Vortrags stehen Fragen „an der Grenze“: Wozu dienen Grenzen, wer bestimmt ihren Ort – und wie viele Grenzen gibt es eigentlich? Brauchen wir in einer globalisierten Welt überhaupt noch Grenzen? Oder brauchen wir in einer Zeit, in der Offenheit und Entgrenzung die Politik zu bestimmen scheinen, Grenzen mehr denn je? Um diese Fragen zu beantworten, beleuchtet die Geographin Julia Lossau das Verhältnis von Raum und Identität. Räume bzw. Territorien einerseits und Identitäten andererseits, so die These, stehen in einem Verhältnis der wechselseitigen Bedingtheit. Gemäß dieser These können „Ein-“ und „Auswanderungsländer“ als Elemente einer imaginativen Geographie der Welt betrachtet werden, wie sie bei der Verortung vermeintlich stabiler Identitäten entstehen. Umgekehrt erlangen Identitäten ihre Stabilität erst dadurch, dass sie in vermeintlich natürlichen, homogenen Räumen verortet werden. Daher kann man sagen, dass Räume und Identitäten in einem Verhältnis der Ko-Konstitution stehen. Dennoch, oder gerade deshalb, gibt es trennscharf voneinander abgegrenzte Räume ebenso wenig per se wie exklusive, stabile Identitäten. Vor diesem Hintergrund gerät die schließlich Frage in den Blick, wie Grenzen auf ganz unterschiedlichen Maßstabsebenen, vom eigenen Kopf bis zum Kanzleramt, um Vorstellungsräume herum gezogen und in Identifikationsprozessen wirksam werden.

Julia Lossau, Prof. Dr., ist Professorin für Humangeographie mit dem Schwerpunkt Stadtgeographie an der Universität Bremen. Arbeitsgebiete: Geographie und Kulturtheorie, Kulturelle Identität, Postkolonialismus und Raum, Politische Geographie, Stadt- und Regionalforschung.


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29. Januar 2018 - Die Grenzen der Aufklärung? Feministische Rassismuskritik

Referentin: Prof. Dr. Maureen Maisha Auma

Die Aufklärung hat für eine sehr lange Periode (1789 – ca. 2014) mit ihren Grundwerten von technologischem Fortschritt, Humanität, Demokratie, Freiheitsrechte, Gleichberechtigung usw. als eine Erfolgsgeschichte funktioniert. Dass die Aufklärung trotz ihres emanizipativen Gehalts – allen voran die Herauslösung aus der feudalen Gesellschaftsform, schon immer beträchtliche Schattenseiten aufzuweisen hatte, schien verschmerzbar. Diese Schattenseiten der Aufklärung (the Violences of Modernity) waren schon immer, vor allem in der globalen Dimension, ungleich verteilt. Auf der Schattenseite der Aufklärung lebten ihre konstruierten ‚Anderen’. Jetzt sind aber in pluralen Gesellschaften die ‚Anderen’ zunehmend in der Mitte der (weißen) bürgerlichen Gesellschaft angekommen. Das alte ‚Wir’ und mit ihr die Glanzseite der Aufklärung, ist durch diese Verschiebung in die Krise geraten. Offenbar löst die gesellschaftliche Diversifizierung der vertikalen Ebene, heftige nicht-aufklärungskonformen Bewegungen aus. Phänomene wie die Ablehnung demokratischer Institutionen (der Vorwurf einer Lügenpresse, Information Wars, Fake News) und Eskalationen im gesellschaftlichen Umgang miteinander, die Auflösung einer zivilen Debattenkultur (Culture Wars, Soziale Medien als Kampfformate) nehmen zu. Funktioniert ‚die Aufklärung’ noch für stark diversifizierte Gesellschaften? Kann sie überarbeitet werden? Welcher Rolle kommt einer rassismuskritischen Geschlechterforschung in diesen Verhältnissen zu?

Maureen Maisha Auma, Prof. Dr., ist Professorin für Kindheit und Differenz (Diversity Studies) an der Hochschule Magdeburg-Stendal, am Standort Stendal. Zur Zeit ist sie Gastprofessorin am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien und am Institut für Erziehungswissenschaften, Abteilung Historische Bildungsforschung an der Humboldt-Universität-Berlin. Arbeitsgebiete: Diversität und Bildung, Gender, intersektionale Rassismuskritik, Kindheitsforschung, Schulbuchforschung.


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5. Februar 2018 - Aus Fremden Deutsche machen

Referentin: Prof. Dr. Marina Münkler

Informationen zum Vortrag folgen.

Marina Münkler, Prof. Dr., ist Professorin für Ältere und frühneuzeitliche deutsche Literatur und Kultur an der Technischen Universität Dresden. Arbeitsgebiete: Erfahrung des Fremden und Interkulturalität, Freundschaft und Gemeinsinn sowie Narrative von Risiko. Sie ist Mitglied des Wissenschaftsrats und stellvertretende Sprecherin des zum 1.7.2017 neu eingerichteten SFB 1285 „Invektivität. Konstellationen und Dynamiken der Herabsetzung" sowie Teilprojektleiterin des TP E  „Sakralität und Sakrileg. Die Herabsetzung des Heiligen im interkonfessionellen Streit des 16. Jahrhunderts“.


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